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Dienstag, 2. Oktober 2012

Die wahre Geschichte


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "wir Eltern" ist ein Artikel über die Schule zu Hause / homeschooling / unschooling erschienen, in dem wir portraitiert sind. Mir persönlich gefällt der Artikel nicht in allen Teilen. Meines Erachtens ist vieles zu einseitig beleuchtet und in einer Sprache verfasst, die mir persönlich nicht zusagt. Wir durften ihn zwar gegenlesen, doch wurden nicht alle Wünsche/Korrekturen, die wir als wichtig anschauten, berücksichtigt. 

Nun, zum guten Glück gibt es eine Kehrseite der Medaille...:

Diese Geschichte veranlasst mich, über dieses Thema zu schreiben, was unsere wahren Beweggründe sind, zu Hause zu lernen und was wir wirklich darüber denken... (bitte bequem hinsetzen - ich hole aus..:-)

Kaum hatte ich eigene Kinder, stellte ich mir immer wieder dieselbe Frage: Was brauchen die Kinder wirklich, um glücklich zu sein? Und was brauchen sie nicht.

Ich beobachtete. Und meine Kinder lehrten mich immer wieder aufs Neue, was sie wirklich brauchten. Es war meist gar nicht allzu schwierig, es herauszufinden. Ich musste vor allem hinhören und mutig sein. Es brauchte Mut, zu den Bedürfnissen und den jungen Individuen zu stehen, die ganz genau wussten, was sie brauchten. Ich gab mich nie mit Kompromissen zufrieden und forschte nach, wenn es nötig war, bis ich das Gefühl hatte, dass es so stimmt und wir uns dabei wohl fühlten. Häufig gerieten wir an eigene Grenzen. Und gingen darüber hinaus. Aber ist es nicht wundervoll, wie unsere Kinder uns einen Spiegel vor die Nase halten? So werden wir nicht nur älter, sondern auch weiser...;-)

Ich habe mir alles angeschaut. Ich wollte es einfach wissen! Öffentliche Schule, verschiedene Montessori-Schulen, Steiner Schule, zweisprachige Schulen, etc. Ich habe mich in die verschiedenen Philosophien eingelesen und Eltern um ihre Erfahrungen befragt. Vieles hat mich überzeugt, aber häufig gab es für mich bei der Umsetzung  Schwierigkeiten. Wenn ein Kind 2/3tel seiner Kindheit hauptsächlich in einer Institution verbringt, die ihm nicht nur lesen und schreiben, sondern v.a. Werte (gesellschaftliche und soziale und viele andere) vermittelt, dann ist es für mich selbstverständlich, dass meine Anforderungen an eine solche Institution und an die Lehrpersonen dementsprechend hoch sind. Oder gibst Du Dein Kind in die Obhut einer wildfremden Person und weisst nicht genau was sie, zumindest ansatzweise, für eine Einstellung vertritt?? 

Es gibt immer Gegenargumente. Und hier wäre es die Kontrolle, die man als Eltern nicht ewig über das Kind haben kann und auch nicht haben soll. Und es geht mir auch nicht darum, dass ich ein Leben lang kontrolliere mit welchen Personen sich meine Kinder umgeben. Es geht hier um einen Ort und um Menschen, mit denen sich mein Kind schon mit 3-, 4- oder 5-jährig tagtäglich umgibt. Ein Umfeld, welches in den ersten Jahren der Nachahmung stark prägend wirkt.

Ein weiteres Thema: die Sozialisierung. Der häufigste "Kritikpunkt" oder die grosse Angst vieler Eltern. Wie wird ein Kind, das nie zur Schule geht, überhaupt sozial? Kann es sich jemals in eine Gesellschaft einfügen? Ja, an diesem Punkt beginnt eine grundsätzliche philosophische Frage. Zuerst einmal: Kommt ein Kind bereits als soziales Wesen zur Welt? Schon hier scheiden sich die Geister. Meine Erfahrung und Beobachtung ist diejenige, dass kleine Menschen - normalerweise und vorausgesetzt sie sind nicht traumatisiert in Schwangerschaft, Geburt oder danach - äusserst sozial und lernbegierig sind. Jedes Kind auf seine ganz persönliche Art. Kleine Wesen, die schon als grosse Persönlichkeiten und Individuen in diese Welt geboren werden.

Und weil eben jedes Kind seine Art, seine Vorlieben, seine Interessen, seine ganz eigenen, höchst kreativen Ansätze hat, an eine Sache ran zu gehen und diese Eigenschaften schon mit sich bringt, WARUM sollten diese individuellen Fähigkeiten um jeden Preis angepasst werden? Warum sollten alle Kinder um Himmels Willen GENAU GLEICH lesen, rechnen und schreiben lernen??? Sie sind nicht gleich und können diese Anpassung allerhöchstens mit enormem Effort und Verbiegung bis hin zur Verdrängung der eigenen Kreativität und Individualität erfahren. Natürlich, es braucht gewisse Opfer der Individualität an das Zusammenleben mit anderen Menschen. Das erfahren wir auch als Erwachsene immer wieder in Beziehungen. Aber nicht unbedingt in diesem Ausmass, wie es in einer heute üblichen Schullaufbahn gefordert wird. Und kaum sind die jungen Erwachsenen aus der Schule raus, wissen heute so viele nicht, was sie tun sollen. Kein Wunder, denn sie haben bisher nur gelernt, Anpassungsleistungen zu erbringen und eigenes kreatives Potential zu unterdrücken. Diejenigen, die sich im System wohlfühlen, ihren Platz (und damit meine ich WIRKLICH ihren Platz, d.h. ihr ganz persönlicher Weg, der sie glückliche und zufriedene Menschen sein lässt!) finden, für diese Menschen ist es der richtige Weg. Aber unter uns gesagt, es sind wenige, die sich wirklich glücklich fühlen dabei. Es sind wenige, die nicht irgendwann eine persönliche Krise erleben, weil sie begreifen, dass sie sich ihr Leben lang für andere angepasst haben (wie z.B. Eltern, Familienmitglieder, Lehrer, Partner, etc.) und ihr eigentlicher, innerer Wesenskern langsam aber sicher am Verglühen ist. Der Weg zurück aus dem gelernten Systemdenken und Funktionieren hin zur Individualität und Kreativität ist lang und meist mit einigen, jahrelangen Umwegen, Krisen und viel Arbeit an sich selber verbunden. Vielen, die diese Zeilen lesen, wird es so ergangen sein. Ausser sie sind WIRKLICH absolut glücklich und zufrieden, dort wo sie gelandet sind. Oder aber sie durften bereits von Kind auf so sein, wie sie wirklich veranlagt sind.

Zurück zur Sozialisierung: Was verstehen wir überhaupt unter Sozialisierung? Heisst es möglichst früh die grösstmögliche Anpassungsleistung erbringen zu können? Oder heisst es, die Fähigkeit zu erwerben, mit anderen Individuen zusammen zu leben, mit ihnen auszutauschen, zusammen zu arbeiten, den Anderen mit seiner eben anderen Art nicht nur zu akzeptieren, sondern sogar zu schätzen? Raum zu lassen, die Fähigkeit, sich in einer Gruppe einzufügen, und trotzdem den eigenen Raum dabei nicht zu verlieren? Sich in einer Gruppe einzuordnen, anstatt unterzuordnen? Auch da wieder teilen sich die Meinungen.

Eine Gruppe,  ganz allgemein, entsteht durch gemeinsames Interesse. Natürliche Gruppen sind Interessensgemeinschaften. Man trifft sich um auszutauschen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, etc. Das gibt es im Beruf, im Sportverein, im Studium, in der Pfadi, in der Politik, oder auch in einer Notsituation, eigentlich überall und immer wieder. In einer natürlichen Gruppe gibt es irgendwo ein gemeinsames Interesse, das die Gruppe definiert. Und dadurch kann sich eine sinn- und zweckgemässe Hierarchie resp. Gruppenordnung bilden.

Eine Schulklasse ist eine Gruppe, die von genau zwei Kriterien definiert wird:
Alter und Wohnort.
Und diese zwei Kriterien genügen nicht, eine Interessensgemeinschaft zu bilden. 
Infolge dessen entstehen unnatürliche Hierarchien, wo plötzlich äusserliche, nicht einem gemeinsamen Ziel dienliche Werte für die Rangordnung ausschlaggebend sind (z.B. gute Noten (aber bitte nicht zu viele guten), sog. Dresscodes (bereits ab der 1. Klasse), gesehene Filme, Computerspiele, die man besitzt, einflussreiche Freunde, die man angeblich hat,...). Die Begeisterung und die Fülle, die entsteht, wenn man sich in ein Lern- oder Interessensgebiet vertieft, die Persönlichkeit, die sich dabei entwickeln kann, ist meist sekundär oder wird verdeckt von oben genannten Schein-Werten. Und wenn eine Klasse aus 30 Kindern und nur einer Lehrerin/einem Lehrer besteht, da liegt es auf der Hand, dass einige Kinder "unter die Räder kommen". Dann hofft man nur noch, dass das eigene Kind sich wenigstens durchsetzen kann und nicht zu denen gehört, die unter dem Gruppendruck untergehen.

Unser ältester Sohn hatte übrigens ab dem Alter von 2 Jahren eine Krippe besucht und später den Kindergarten der RSS in Zürich und er hatte sich sehr wohl gefühlt. Er mochte seine Lehrpersonen und pflegte gute Kontakte unter den Kindern. Als er dann die Lernziele der ersten Klasse bereits im Kindergarten erfüllt hatte, fanden es die Kindergärtnerin und die Lehrpersonen und dann auch wir sinnvoll, ihn in die bestehende 2. Klasse einzuschulen. Diese Voraussetzungen waren nicht nur leicht. So war er mit Abstand der Jüngste, war aber wissensmässig nach kürzester Zeit schulisch nicht mehr gefordert. Er hatte das Glück einer tollen Lehrerin, die ihm jeweils in der Mathematik extra Stoff vorbereitete. Seine speziellen Voraussetzungen machten es ihm im Klassenverband teilweise nicht leicht, was die Zeitschrift "wir Eltern" mit "Pisackereien" betitelte. Ich würde es anders nennen. Mir gefällt das Wort nicht. Unser Sohn konnte sich gut durchsetzen. Aber er verstand es nicht. Er kam zeitweise täglich nach Hause und fragte mich: warum? Warum kommt der XY einfach auf mich zu und schlägt mich? Ohne Grund? Ich könnte hier einige verrückte Vorfälle aufzählen, die sich zugetragen hatten. Gewisse Vorfälle klingen fast unglaublich. Ich konnte beobachten, wie unser Sohn seine glänzenden Augen verlor. Sein Feuer und sein Interesse für diese Welt mit all ihren Geheimnissen wich dem stetig wachsenden Druck, sich an seinem Platz zu behaupten. Es war immer ein Abwägen. Zeigte er sich mit seinen Fähigkeiten, stieg der Druck von aussen. Zog er sich zurück, widersprach das seinem Naturell. Er hatte jedoch einen guten Freund gefunden, mit dem er immer noch Kontakt pflegt. 

Und für uns steht zum heutigen Zeitpunkt fest: Wir hätten auch auf diesem Wege weitermachen können. Wir sagen keinesfalls, dass der Weg der Schule schlecht ist. Jede Variante hat ihre guten und schlechten Seiten. Wir haben uns für die Variante ohne Schule entschieden mit allen Konsequenzen. Falls es für eines oder mehrerer unserer Kinder einmal wieder wichtig werden sollte, z.B. aufgrund eines Abschlusses, eine Oberstufe oder höhere Schule zu besuchen, werden wir es unterstützen. 
Ich bin jedoch überzeugt, dass dann die Motivation (des Kindes) eine andere sein wird. Meine Erfahrung zeigt, will ein Kind etwas erreichen und lernen, dann ist es aus eigenem Interesse und voller Eigeninitiative und Motivation dabei und es entsteht dabei so viel Kraft und Begeisterung, dass das angestrebte Ziel innert Kürze erreicht wird. 
Ein Beispiel: Unser Sohn Jamie hat eine Faszination für Pilze. Wir haben ihm einen Pilzführer geschenkt. Er hat mit seinen Geschwistern in wochenlanger Arbeit (!) ca. 30 Pilze hochpräzise abgezeichnet und bestimmt und hat, obwohl er noch nicht lesen und schreiben konnte, die Pilze mit Zeichen markiert und sie in Kategorien "essbar", "giftig", "tödlich giftig", "ungeniessbar" und "wertlos" eingeteilt. Wann sie reif sind, wo sie wachsen, etc. 
Ein anderes Beispiel: Unser Sohn Lior will unbedingt nach Alaska. Er hat - ebenfalls in wochenlangen Recherchen - Bücher gelesen, Artikel im Netz rausgesucht und hat sich inzwischen von den vulkanischen Bergketten, über die Einwohnerzahlen, Berghöhen, bis zu Begriffen der ursprünglichen Sprache der Eingeborenen ein grosses Wissen angeeignet. Völlig aus eigener Motivation. Und weil man in Alaska Englisch spricht, lernt er seit den Sommerferien begeistert Englisch. Er hört sich Texte an, spricht mit seinen Geschwistern Englisch (die es auf diese Weise auch lernen), liest Texte und ist hochmotiviert. Dort wo Emotionen im Spiel sind, wird Wissen nur so aufgesogen und es entstehen Imprints, die bleiben. Wenn diese Fähigkeit, sich auf ein Ziel zu fokussieren, beibehalten werden kann, könnte ich mir vorstellen, dass der Besuch einer späteren Schule einen völlig anderen Charakter hat.

Die Möglichkeiten, das Lern-Umfeld zu Hause zu gestalten, sind unbegrenzt. Wir lernen projektbezogen, wobei sich ein Projekt meistens über mehr als eine Woche erstreckt und dann meist verschiedene Projekte parallel laufen. Somit entsteht der nötige Raum, sich in eine Sache zu vertiefen.

Ich möchte hier noch einen letzten Punkt, den ich für äusserst wichtig erachte, ansprechen: Das Spielen (es gäbe deren noch viele, aber das war nicht mein letzter Post...:-).

Kinder sollen spielen dürfen. Und dafür genügend Zeit haben. Spielen ist ein Verhalten, mit dem uns die Natur ausgestattet hat. Im Spiel begegnet das Kind  dem Leben. Alles wird er-lebt und Eindrücke werden verarbeitet. Spielen ist lernen. Und zu Hause und in der Natur gibt es viel Raum fürs Spielen. Als wichtigstes Verarbeitungsverhalten, das uns die Evolution mitgegeben hat.

Um André Stern abschliessend zu zitieren: "Kann man sich ungehindert mit einer Sache, die einem begeistert, auseinandersetzen (ohne äusseren Unterbrüchen und Fremndbestimmung), entsteht aus Begeisterung eine Kompetenz. Und aus Kompetenz wird Erfolg! Ergo begeistert Euch!" 

Lernen zu Hause lässt Raum und Zeit, sich zu begeistern. Und das gefällt uns. 

If you're not prepared to be wrong, you'll never come up with something original." (Ken Robinson, TED talk)







Unsere Kinder mit ihren selbstgebastelten Heissluftballonen



Mittwoch, 25. Juli 2012

Sommer

Mittlerweile hat der Hochsommer Einzug gehalten 
und wir geniessen die Natur und den Sommer in vollen Zügen. 

Wir spielen, bauen, baden, stauen Bächlein, 
schnitzen Zauberstäbe, erzählen und hören Geschichten, 
machen Feuer, basteln mit Blättern, 
Steinen und allerhand Naturmaterialien 
kleine und grosse Kunstwerke.

Die Natur verwöhnt uns auch mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten...



Auch beim Kochen und Backen sprüht die Fantasie, und es entstehen richtige Kunstwerke...




...und Jamie hat nebenbei noch ein paar neue Buchstaben dazu gelernt...

...zudem haben wir unsere Feuerstelle ausgebaut mit Dreibein und Pfadikochtopf, sodass wir bei Gelegenheit ein richtiges Wald- oder Gartenmenü kochen können.

Heute gab's eine wunderbare Suppe im Topf über dem Feuer...


...und jetzt sind wir satt, geräuchert und haben ein richtiges Abenteuer erlebt!

Geniesst den Sommer!




Edit: Ja, es ist ein richtiger Pfaditopf, swiss made! Den gibt's in verschiedenen Grössen. (Für uns als 6-köpfige Familie habe ich einen 6.5l bestellt.) Und Dreibein und Topf kommen von HIER...

Montag, 6. Februar 2012

Jamie und die Pilze, Klappe die 2.

Vor einiger Zeit habe ich Euch über meinen Sohn Jamie und seine Faszination zu Pilzen berichtet. Wisst Ihr noch? Mittlerweile hat er ein Pilzzuchtset von seinem Onkel zu Weihnachten bekommen. 



Jetzt gibt es bei uns also jede Woche Champignons vom Feinsten! Die sind so gut und saftig, wie ich noch keine gekauft habe...




Sind die nicht grossartig?!? Und die kommen immer wieder! Während 4 Monaten...
...man kann so ein Pilzzucht-Set hier bestellen.


Donnerstag, 29. Dezember 2011

I love music

Wie wahrscheinlich die Meisten von Euch wissen, bin ich eigentlich von Beruf weder Schneiderin noch Lehrerin, sondern Musikerin.

Da scheinen es zwei wohl auch im Blut zu haben...>grins<


...das war ein tolles Konzert!

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Schiff ahoi! (Liors Werkstatt Teil I.)

Wenn man Schule zu Hause macht, gehört selbstverständlich auch "Werken und Handarbeit" dazu. Nur nennen wir das nicht so klassisch. Wir haben jedoch im Haus ein Nähzimmer mit Nähmaschinen und Stickmaschine, Stoffe und allerlei Bänder, Knöpfe und sonstiges Getüddel. Und dann haben wir natürlich auch einen Werkraum mit Hobelbank und diversen Werkzeugen. Da mein ältester Sohn sich zur Zeit sehr oft in diesen, oben genannten, Räumen aufhält, und so wunderschöne Sachen macht, möchte ich Euch in einer Reihe mal einige Projekte zeigen.
 Darf ich vorstellen heute:

MERIUS, das Holzladeschiff


Das Schiff hat er bereits vor 2 Jahren gebaut und jetzt etliche Details dazugefügt:











Wenn man die Kinder machen lässt und sie nicht im Vornherein einschüchtert, es sei doch zu gefährlich mit Hammer, Bohrer, Feile und Säge zu hantieren, gehen sie von Anfang an selbstsicher und mit natürlichem Respekt vor Gefahr mit Werkzeugen und Maschinen um. Wenn's wirklich gefährlich wird, soll man sicher dabei stehen und Hand anbieten, aber sich zurückhalten, wenn man sieht, dass das Kind es selber kann.
Ich denke, dass sie auch nur dann wirklich verantwortungsvollen Umgang mit Gefahren im Alltag lernen. Eben dann, wenn man sie tun und selber erfahren lässt...

ist es nicht wunderschön..?!
Schiff ahoi!

Freitag, 25. November 2011

Herbstgedanken

Ja, ich finde tatsächlich, dass man diesen grauen Nebelschwaden hier draussen noch das Herbstetikett anhängen darf. Sie gehören noch nicht zum Winter. Es herrschen zwar schon minus-Temperaturen, jedoch fühlt es sich noch nicht so an.

Ich mache mir über allerlei so meine Herbstgedanken. 
Wie einige von Euch schon wissen, wurde über uns letzten Mittwoch in der Zeitung und heute im Fernsehen eine Reportage gemacht. Eigentlich über uns und Schule zu Hause. Das war für mich eine spannende Erfahrung. Die Medien sind für mich sowieso ein zweischneidiges Schwert. Zum einen habe ich es innerlich nicht abgelehnt, dass man über uns und vor allem was wir so tun, berichtet, jedoch wusste ich im Voraus, dass es immer anders klingt, wie wenn man es selber aufschreiben würde oder, wie im Film, selber zusammenschneiden würde. (Das habe ich doch so gar nicht gesagt, oder?!? Oder zumindest habe ich es nicht so gemeint...?!?) Es werden jeweils Bruchstücke verwendet von alledem was gesagt wurde. Und das klingt eigentlich immer fremd.
Am Einfachsten wäre es, ein kurzes, prägnantes Statement zu liefern. Eines dass jedermann und Frau versteht. Z.B. "Wir machen homeschooling, weil wir finden XYZ." Wie man sich das gewöhnt ist aus der Schule beispielsweise. Dort wo man gelernt hat, zu allem irgend eine Meinung zu formulieren. Weil man sich sonst etwa als uninteressiert oder gar einfältig geoutet hätte.
Nur, bei gewissen Themen ist das eben nicht so einfach. Nicht dass wir nicht wüssten, warum wir uns so entschieden haben. Auch nicht, weil wir keine Meinung haben. Aber es lässt sich einfach nicht in wenigen Sätzen, geschweige denn in einem 15 sek. zusammengeschnittenen Interwiev erklären, was unsere Beweggründe oder welches unsere Gedankengänge sind. Die Geschichte beginnt vor Jahren, wir haben zig Bücher zu diesem Thema verschlungen, Beiträge, Erfahrungsberichte und Artikel gelesen, Schulbesuche gemacht, in Elterngesprächen ausgetauscht und vorallem unsere Kinder beobachtet.
Da müsste man direkt selber ein Buch schreiben.
Wer weiss, vielleicht einmal...;-)
Frühestens im Pensionszeitalter wieder. >lach<

Falls es Euch doch interessiert, hier die links dazu:

Nun möchte ich Euch aber ein paar wunderschöne, herbstliche Bilder nicht vorenthalten. Meine Mutter, eine stolze Grossmutter, hat vor einiger Zeit drei wunderschöne Parkas für die Kinder genäht.
Und wir haben dann noch die Stickmaschine rattern lassen. Mit Stickdateien von hier.


Ach, ich liebe so verspielte und individuelle Kindermode...
...eben so wie auch die Kinder sind.

Mittwoch, 16. November 2011

Jamie & die Pilze

Mein 5-jähriger Sohn ist ganz verrückt nach Pilzen. Und zwar nicht um sie zu essen. Sondern um sie zu suchen, zu finden, zu bestimmen, zu untersuchen und zu zeichnen.
Und eigentlich würde er am liebsten alle nach Hause nehmen und sie sammeln.


Hey Jamie, ist das jetzt der Pantherpilz oder doch der Schönfussröhrling...?!?

Er kennt sie zwar nicht alle mit Namen, aber er kennt die Pilze und kann mir genau sagen, ob sie essbar, ungeniessbar, wertlos, giftig oder tödlich giftig sind!
(Das sind alles Begriffe aus seinem Pilzbüchlein, die er übernommen hat!)
Und dann schlägt er sein Buch auf der richtigen Seite
auf und zeigt mir den Pilz...

Mittwoch, 2. November 2011

Schule zu Hause


Gestern haben wir fleissig gewerkelt, genäht und gestickt. Wofür? Ja, wenn man Schule zu Hause macht, gehört eben auch die Handarbeit dazu. Und das macht Frau ja sowieso LIEBEND gerne...!

Nachdem wir letzten Monat so etliche Male den grossen blauen Schweden besucht haben, konnten wir nun endlich das erste Zimmer des Hauses mal so definitiv einrichten. (puh!)
tadaaa:
Das Schulzimmer!


Ach, ich liebe es, wenn die Sonne so warm ins Zimmer scheint. Es wärmt einem Herz und Seele. (Und Gesicht und Bauch...)
Vor allem sind wir hier meist über der Nebelgrenze und laufen immer noch im T-Shirt vor dem Haus herum...

Es ist wunderschön, hier zu lernen, zu arbeiten, zu malen, zu basteln, Musik zu machen und kreativ zu sein. Draussen bimmeln Kuhglocken und wir hören Brunnen und Bächlein rauschen...
 Schule wie in den Ferien.
Oder umgekehrt. 
Oder vielleicht muss man das hier oben gar nicht mehr so strikte trennen. Weil das Lernen aus intrinsischer Motivation kommt. Aus Lust am Tun. Etwas machen und etwas in dieser Welt (oder in sich drin) bewegen. Das kommt von allein. Man muss die Kinder nicht dazu zwingen.


Den gepunkteten Wachsstoff (übrigens auch vom grossen Schweden) haben wir über zwei alte originale, jedoch schon etwas abgegriffene Schulbänke gezogen. So kann man getrost auch mal daneben malen oder leimen und einfach mit einem feuchten Lappen wieder sauber machen. Den gestreiften Vorhangstoff, wie auch das weisse Möbel und die Kinderbürostühle sind auch vom blauen Schweden. (Ich sagte ja, wir waren wirklich OFT(!) dort...)>grins<
Die Stickdatei ist von hier
 und Filz und co. vom Bastelladen.
Ich wünsche Euch eine wunderschöne zweite Wochenhälfte!

Herzlich, 
 Romy

Sonntag, 30. Oktober 2011

Gepudert zur Schule

Bei uns hat sich bereits der Winter angekündigt. Hier mit Reife in der Frühe. Als ob die Wiese mit Puderzucker bestäubt wurde.
Und nicht nur das - es lag sogar schon einen halben Tag ca. 3cm Schnee. Die Kinder holten freudig schon mal die Schlitten vom Dachboden...
Das ist unser Töbeli neben dem Haus. Eigentlich unser Pausenplatz. Aber bei diesem Wetter machen wir sowieso lieber Schule draussen. Es gibt genug zu sehen und zu lernen in der Natur.
 Unser wunderschöner Schulweg...:-)

Das war ein weiterer Einblick für alle, die schon lange wissen wollten wie unser neues Heim aussieht! Ihr müsst gar nicht so scheu sein - ich weiss, dass Ihr hier vorbeischaut. Ihr dürft ruhig mal einen Post kommentieren. Ich freue mich sehr darüber..!
Alles Liebe, Romy